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Juni 2013
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Archiv für Juni 2013

Richtig

501 Euro und 47 Cent: soviel habe ich vergangenen Monat netto verdient. Dafür habe ich  über 90 Stunden gearbeitet. Macht also einen Stundenlohn von 4,50 Euro, in etwa.

Das ist doch mal richtig geil! Da kommt doch Freude auf…

Dazu kommt dann noch mein Nebenverdienst, nicht angemeldet: 2-3 Vormittage pro Woche Betreuung einer alten Dame, die an Demenz erkrankt ist. Der Stundenlohn ist hier besser (10 Euro/ Stunde), aber die Belastung und Verantwortung auch enorm hoch.

Ich muss beide Jobs machen, um den Geldbeutel einigermaßen voll zu kriegen.

Aber richtig ist das nicht.

Beim Jobeinstieg in die Bäckerei wurden mir 30 Stunden / Woche versprochen. Jetzt hänge ich da rum, mit knapp 20 Stunden / Woche. Jongliere jede Woche zwischen Bäckerei und Betreuungsjob, oft mache ich beides an einem Tag.

Ich wollte so gerne: Dies und das. Normale Sachen. Geregelte Arbeitszeiten zum Beispiel. Eine Woche Früh-, die Woche darauf Spätschicht zum Beispiel. Statt dessen: Innerhalb einer Woche gleich zweimal Wechseln von Spät- auf Frühschicht!

Weiß gar nicht, ob das zulässig ist. Müßte mal bei der Gewerkschaft anrufen und nachfragen, bin ja Mitglied. Weiß auch nicht, ob es durchgeht, daß ich am 20. Juni erst mein Geld für Mai bekomme – eigentlich wäre der Abschlag ja am 1. Juni, der Rest am 15. Juni fällig gewesen?!

Mir ist auch nicht klar, ob es in Ordnung geht, daß da die gleiche Kollegin, die sich das vergangenes Jahr schon geleistet hat, in diesem Sommer schon wieder 6 Wochen Urlaub am Stück bekommt?! Damit ist mein Urlaub, und auch der Urlaub anderer Kolleginnen während der Sommerwochen ausgeschlossen.

Ich finde das nicht richtig.

Sagte das heute auch genau so meinem Chef. Der wurde dann recht zickig… Okay, so kennt man ihn.

Aber ich kann auch anders!

Habe heute eine Bewerbung rausgeschickt, für eine vergleichbare Stelle. Mal sehen, was dabei rauskommt.

Ein schneller Wechsel wäre für mich sehr erstrebenswert, bei gleichem oder ( hoffentlich!) etwas besserem Stundenlohn und wirklich 30 Arbeitsstunden / Woche, sowie geregelten Schichten (eine Woche früh, dann eine Woche spät usw.).

Das würde mir den Zweitjob und den damit verbundenen zusätzlichen Zeitaufwand ersparen, bei gleichen Einkünften (die dann hoffentlich auch mal berechenbar pünktlich bezahlt werden!): ich hätte mal wieder sowas wie ein LEBEN…

Das wäre richtig für mich!

Rotz und Schnütte geweint,

und das eigentlich wider Erwarten.

Tante Else, Papas Schwester, meine Patentante ist heute verstorben.

Nachricht von Sorella war auf dem AB, als ich sehr müde von der Arbeit im Laden heimkam.

Habe heute morgen noch meiner Kollegin von Tante Else erzählt! (das muß etwa eine, eineinhalb Stunden gewesen sein, bevor sie starb): wie frau halt Kolleginnen was erzählt.

Und wie es so ist: Du denkst, der Abstand ist groß.

Und dann ist es doch so nah.

Ich blätterte die alten Fotoalben durch. Vergangenes Wochenende erst hatte Sorella sie mir mitgebracht, damit ich sie mir in Ruhe anschauen kann.

Dann kam alles hoch in mir: Erinnerungen, Schmerz, Reue…

Ich weinte, was das Zeug hielt! Göttergatte mußte mich mal ganz fest in den Arm nehmen…

Mußte immer an diese eine Nacht vor 25 Jahren denken, als Tante Else mir Zuflucht gewährte. Wir konnten damals beide nicht schlafen und redeten die ganze Nacht durch. Sie hat mir damals so gut getan!

Die Kerze für meine Tante brennt, hier bei mir.

Für mich war es verblüffend, daß ich so viele Tränen hatte heute. Warum das so ist? Ich habe Ideen, aber nichts ist greifbar (bin müde und etwas betrunken gerade). Analyse also morgen, nachdem ich ausgeschlafen habe.

 

Nachtrag am 20.06.13, 22.15 Uhr:

Vorgestern kam die Trauerkarte. Ich wäre gerne zu ihrer Beerdigung gegangen. Aber es ist zu weit weg. Aber wir hatten einen Moment des Abschieds. Als ich Sorella besuchte Ende April, anläßlich ihrer Feier zum 60. Geburtstag, da besuchte ich auch Tante Else im Krankenhaus. Es war ein Wiedersehen nach vielen Jahren. Aber die alte Frau war mir vertraut, als hätte ich sie gestern erst zuletzt gesehen. Es war gut, es war rund… Und es war, natürlich! Wie immer, wenn Du zurück schaust, zu wenig.

ich schrieb Tante Else dann noch einen langen Brief zu ihrem 91. Geburtstag Mitte Mai, und schickte ihr als Geschenk ein Buch:

„Die Möwe Jonathan“

Nun ist sie nicht mehr da. Meine Patentante. Papas kleine Schwester.

Heute wurde sie beerdigt.

Und ja: Meine Tränen am Samstag waren ehrlich. Nicht nur ein Produkt des Alkohols, oder der Hormone (am Sonntag kam meine Mens). Es kam von innen. Und da wohnt sie, meine Tante: innen in mir drin, in meinem Herzen? Ich wu0te es nicht, viele Jahre, war deshalb so überrascht. Aber so ist es dann wohl.

 

Es Flossen Dann Doch Noch Tränen…

… als wir uns verabschiedeten. Und ich sagte ihr ins Ohr: „Ich bin so froh, daß ich Dich habe!“ Sie sagte: „Sind ja auch nur noch wir zwei!“, und weinte auch. Und „Ich hab‘ Dich lieb!“ „Ich Dich auch!“ Hätt‘ sie am liebsten nicht losgelassen. Jetzt wird es Monate dauern bis zum Wiedersehen.

Aber: diesmal tat der Abschied weh! Sonst nix.

Gott, war ich vorher angespannt, von dem Gedanken besessen „diesmal muß alles gut sein!“ War es.

Wunderschön war es!

Wir wollen! Weitermachen und überhaupt. Uns eben.

Drink Up, Dreamers! You’re Running Dry

Die Flut.

http://youtu.be/IpE1mJGzukw

Wir hatten Glück, hier im Neckarvorort zog alles an uns vorüber. Und überhaupt: wir wohnen ja auf einem Berg.

Ich erinnere aber noch gut die Situation in Saarbrücken beim  Hochwasser vor 20 Jahren, damals wohnte ich ca. 500 Meter von der Saar entfernt: der Keller war voller Wasser, 10 Zentimeter stand es noch unter dem Hauptsicherungskasten für den Hausstrom. Die Feuerwehr kam und pumpte den Keller leer. Völlig übermüdete Männer. Damals servierten alle Hausbewohner Kaffee und belegte Brote / Kuchen.

Es war schlimm, ja klar. Aber es war nur der Keller des Hauses betroffen, alle Wohnungen blieben trocken. Wir hatten Strom und fließend Wasser aus der Leitung. Klar hat alles gestunken wie ich weiß nicht was, klar konnten wir abschreiben und der Sperrmüllabfuhr übergeben, was wir im Keller gelagert hatten…

Aber das hier!

Die armen, armen Menschen! Hab und Gut und Existenzgrundlage weg, und kaum eine  Versicherung zahlt.

http://youtu.be/TlRLvaXVyk8

Peter Gabriel’s Song ist nicht der Neueste, aber immer noch einer der besten, die ich zum Thema kenne. Das Video zeigt eine wunderbare Interpretation. Wasser hat so viel Kraft! Es ist Grundlage des Lebens einerseits, andererseits wirkt es so zerstörerisch und vernichtet Leben und seine Grundlagen.

Wir sind seit 6 Jahren schon Mitglied bei den Maltesern und spenden monatlich 10 Euro. Das ist nicht viel, aber über die Jahre ergibt sich auch daraus ein großer Betrag… Und wir können das leisten, monatlich, auch wenn es uns finanziell gerade mal nicht soo gut geht…

Die Malteser als Organisation, wohin wir regelmäßig spenden, habe ich damals ganz bewußt ausgesucht, weil sie eine sehr gute Logistik haben und überall sofort vor Ort sind (wenn sie nicht ohnehin schon dort waren), wenn es „brennt“.

Ich habe mich entschieden, den Maltesern heute eine größere Spende für die Flutopfer in Deutschland zu überweisen: 50 Euro . Das ist für uns gerade nicht wenig Geld. Mein Zahnimplantat war teuer, außerdem macht der Göttergatte gerade den Führerschein (muß er aus beruflichen Gründen jetzt haben). Wir müssen sparen und tun das auch, aber es kann nicht jeder in Deutschland auf einem Berg im Neckarvorort wohnen, warm und trocken.

Hier ist die Adresse von den Maltesern:

http://www.malteser.de/

Über „Online spenden“ rechts im Menü geht es dann zur Hochwasserspende. Außerdem gibt die Homepage einen guten Einblick über aktuelle Aktionen. Und nein: ich werbe nicht! Ich weise nur darauf hin. Und ich sage aus Überzeugung: das ist eine gute Adressse.