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Archiv für November 2011

Shit happens (Teil 1)

Ich krieg’s grad nicht mehr auf die Reihe. Passiert mir selten, aber das war soviel… Ist ja dann auch eskaliert. ich hatte keine Chance. Blieb nur: Grenzen setzen!

Ich hab‘ den ganzen Tag geweint. So ratlos. So traurig und enttäuscht.

Brief an Sorella angefangen. Erste Hälfte fertig. 2. Hälfte folgt morgen (Da werde ich noch sagen, wie wichtig sie mir ist, wie lieb ich sie habe, dass ich nicht loslassen will.). Aber zunächst mußte der harte Teil raus aus mir. Bin schließlich auch nur ein Mensch und kein Fußabtreter!

Brief:

Und jetzt?

Das frage ich mich schon den ganzen Tag gestern, und jetzt (Sonntag früh, viertel nach eins) immer noch. Mal wieder eine Nacht, in der ich kaum schlafen werde. Wie in den ganzen Nächten, seit Mama gestorben ist. (Ja tatsächlich: Meine Mutter ist gestorben. Nicht nur Deine Mutter, E.!). Aber meine Trauerarbeit wurde von Dir ja gar nicht nachgefragt. Ebenso fragtest Du nicht nach dem Unterhaltsstreit zwischen Detlef und seiner Tochter. Uninteressant. Hat weh getan, so gar keine Teilnahme. Ist ja auch nur unser Leben.  Unsere Ängste und Sorgen.

Weißt Du eigentlich, wie sehr ich mich um Dich und Salvatore geängstigt und gesorgt habe, nachdem Ihr hier weg seid? SO weg seid? Später dachte ich: „Du hättest Die Tür abschließen und sagen sollen: Ihr kommt hier erst raus, wenn Ihr Euch etwas beruhigt habt!“ dann dachte ich:“Das hätte nur Randale gegeben!“ Und ich dachte: „Wenn Lore schlau ist, hält sie vor der Autobahn nochmal an und kommt runter. So kann sie doch nicht fahren!“ Ich dachte: „Das Fresspaket schmeißt sie wahrscheinlich vor lauter Wut auf uns in den Müll“ Dachte so viel und hatte Angst. Und jetzt? E., sag‘ es mir bitte!

Wie geht es denn jetzt weiter?

Oder willst Du das ernsthaft so stehen lassen?! Dann sag‘ mir bitte das: Ich will wissen, woran ich bin.

Ich will das nicht so stehen lassen. Das kann ich nicht. Bin zu traurig, zu enttäuscht und verletzt. Du hast mir sehr weh getan!

Natürlich kannst Du Dich mit Schweigen aus der Affäre ziehen: Dagegen kann ich mich nicht wehren. Aber wenn Du es wenigstens ein bisschen ehrlich mit mir meinst, dann machst Du Dir mal die Mühe und erklärst mir Deine Welt.

Und entschuldigst Dich bei mir! Das erwarte ich von Dir. Das will ich haben von Dir. Kein Geld, kein BlaBla, kein Brot, keine sonstigen Geschenke.

Hat nichts mit auf dem hohen Ross sitzen zu tun: Solche Albernheiten habe ich mir schon lange abgeschminkt! Ich habe ja sogar ein ziemlich dickes Fell mittlerweile… Aber „Ich trinke keinen Scheißtee!“ und „Leck‘ mich doch am Arsch!“, und das von einem GAST (denn nicht mehr und nicht weniger als ein Gast hier, mir damit das höchste, heilige Gut, das ich zu betreuen hatte!), das war mir denn doch zu viel. In meinen eigenen vier Wänden darf NIEMAND so mit mir reden! Da hast Du eine Grenze überschritten. Den Katzen war’s übrigens auch zuviel: die haben nämlich wegen dem ganzen Hin und Her und Rumgebölke Angst und Stress gehabt und im Wohnzimmer unter den Schrank geschissen! Das haben sie noch nie gemacht. Von daher hast Du hier wirklich was Neues eingeführt: Katzen stressen. Hat in den 8 Jahren, seit wir hier wohnen, noch keiner unserer Gäste geschafft.

Aber es hat sich auch noch keiner unserer Gäste hier auf die Couch gesetzt und dann dort lautstark gestritten, wie Du mit Salvatore am Donnerstag.

Bölkst mit mir auf offener Straße, vorgestern, als ich Euch am Hotel abgeholt habe und dann eine Stadtführung durch Stuttgart mit Euch machte (hatte die Nacht nur 4 Stunden geschlafen und Rückenschmerzen zum Schreien schlimm! Hätte eigentlich ins Bett oder zum Arzt gehen sollen,) auf dem Weg zum Untertürkheimer Bahnhof rum: Das war, milde ausgedrückt, grenzwertig. Wären Du und Salvatore nicht meine heiligen Gäste gewesen, hätte ich Euch da schon einfach stehen lassen und wäre meiner Wege gegangen. Frag‘ Detlef: Ihn habe ich schon stehenlassen auf offener Straße! Grundsätzlich bin ich nämlich der Auffassung, daß manche Dinge nicht in die Öffentlichkeit gehören; alleine schon aus Respekt vorm Anderen. Da lasse ich auch nicht gelten „Was soll‘s: Mich kennt hier keiner!“ MICH kennen hier im Ort nämlich viele Leute.

Dann, unterwegs in Stuttgart zum C&A, fragst Du mich: „Ist es denn noch weit? Ich kann kaum noch laufen!“  Da war ich übrigens schon am Japsen und mir war schwindelig von meinen Rückenschmerzen und Müdigkeit: hatte die Nacht vorher ja nur 4 Stunden geschlafen. Heiligen Gästen erzählt man sowas aber nicht, um sie nicht zu belasten…  Aber das nur am Rande. Aber da fällt mir noch was ein, so der Vollständigkeit halber: Abends im Varieté bekam ich dann auch noch meine Menstruation. Blutete wie ein Schwein. Naja, was soll’s: Ich lebe ja noch! Heute früh, nachdem Du mir die Freundlichkeiten gesagt und Dich verabschiedet hattest, hatte ich zwar einen Blutdruck von 150 (Systole): aber was soll’s.

Dir taten die Füße weh, als wir aus der Stadt kamen. Ich dachte: „Heimfahrt zum Hotel mit dem Bus spart Laufweg.“ Und es bleibt dabei, egal wie Du es drehst und wendest und Dir zu Recht redest, E.: Du bist in den Bus eingestiegen und hast mir nicht gesagt, daß Du damit Probleme hast. Somit hatte ich keine Alternative zu meinem Verhalten.

Sorry: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß! Von daher fühle ich mich auch nicht angesprochen, wenn Du mir nachträglich wegen dieser Busfahrt Vorwürfe machst.

Wenn Du mal eine ruhige Minute hast, E., dann überlege Dir doch bitte mal, wie Du Dich verhalten würdest, wenn ein heiliger Gast sich bei Dir, in Deiner Wohnung, Dir gegenüber so verhalten würde, wie ich Dir Dein Verhalten mir gegenüber anhand einiger Beispiele jetzt geschildert habe, aus meiner Sicht.

Was ich von Dir jetzt haben will, sagte ich ja bereits.  Ich will haben (und brauche von Dir!), daß Du Dich bei  mir und meinem Mann entschuldigst. Wenn Du mir das nicht geben kannst (und ich meine wirklich ehrlich und von Herzen und aus Einsicht, nicht nur BlaBla und pro Forma! Schließlich hast Du mich auch tief innen drin in meinem Herzen verletzt!), ist das eben so, und ich werde es stehen lassen: Aber dann nur für mich. Nicht für uns. Sorry, aber anders funktioniert es nicht! Wenn Du mich nicht respektieren kannst, lasse ich Dich stehen, wo Du bist. Ich denke, diese Ansage ist klar genug formuliert, damit Du sie verstehen und Dich entscheiden kannst, welchen Weg Du gehen willst, was Dich und mich betrifft.

Ach ja: Ich sagte Dir ja, dass ich nicht will, dass wegen Geldfragen Misstöne zwischen uns aufkommen, E.. Aus diesem Grund stecke ich hier in den Brief 60 Euro für die Eintrittskarten für Detlef und mich zum Varietè. Es war meinerseits ursprünglich so geplant, dass jeder seinen Eintritt selbst zahlt, Du hast mich dann überrumpelt und das Geld für alle 4 Karten überwiesen. Für mich fühlt es sich auch so an, als wären wir damit dann wieder einigermaßen im Lot. Wenn Du anders denkst, das Gefühl hast, dass ich Dir / Euch noch Geld schulde, teile es mir bitte mit. Ich werde mich um Ausgleich bemühen.

Wie ein Schnitzel

Beschlossen und für richtig so befunden: Ab morgen lege ich die Arbeit nieder! Also die Arbeit hier in der Wohnung. Wollte mehr und hab’s nicht geschafft. Bin halt zu gründlich: Das dauert… Jetzt eben noch 2, 3 Kruschtelecken aufgrund der Renovierung. Die halbe Wohnung umwälzen klappt eben nicht mal so eben.

Okay: Was jetzt noch übrig ist, wird in einem großen Karton im Keller verschwinden;))

Ich seh‘ ja gar nicht ein, daß ich mich jetzt noch weiter müde mache. Meine Schwester & Schwager hier ausgeruht und „auf Empfang geschaltet“ am Mittwoch zu begrüßen, ist doch wohl wichtiger, als mich hier totzumachen morgen noch und Kruscht aufzuräumen.

Morgen noch paar Lebensmittel einkaufen: Mittwoch abend gibt’s Fondue! (geniales Gästeessen: kann alles vorbereiten und muß nicht isoliert in der Küche stehen, alle an einem Tisch! 2 der insgesamt 4 vorgesehenen Dips dazu habe ich heute abend schon fertig gemacht, außerdem noch meine legendäre Knoblauchbutter.), Freitag koche ich Grünkohl. Einkaufsliste steht. Noch Staub wischen und Boden wischen… natürlich noch Kruschtel Karton in den Keller… Eh Basta!

 

ICH FREUE MICH WIE EIN SCHNITZEL!!! Und will das jetzt auch mal genießen.

12 Kilo Paderborner Landbrot

Die spinnen doch! Aber von Anfang an: Weil wir uns so sehr aufeinander freuen, rief neulich meine Schwester an. Sie will uns gerne was Schönes mitbringen, als Gastgeschenk. Was ich denn gerne hätte? Geschenkgutschein von Weltbild oder Kaufhof vielleicht?

Und ich dann: „Was ich wirklich gerne hätte, wär‘ Paderborner Landbrot. Das können die Schwaben hier ja nicht backen.“

„HÄ?“ Meine Schwester konnte es kaum glauben. Kommentar: „Wenn Du das ernst meinst, kann ich Dir auch nicht weiter helfen!“

Jetzt kommt sie. Übermorgen. Und bringt 3 große Brote mit: Paderborner Landbrot! 12 Kilo.

http://www.ketex.de/ebay/Pader2.jpg

Detlef räumt morgen noch die Gefriere um, damit wir 2 von den 3 großen Broten dort einfrieren können. Eins wird natürlich sofort gegessen…

Brot?

Ja! Brot! Wer lange nicht zuhause war (bin seit 1989) weg, der hat schonmal merkwürdige Gelüste. Und es stimmt nicht! Stimmt nicht, daß immer überall alles zu haben ist. Dieses Brot gibt es nur da, und nur dort schmeckt es so, wie ich es mag. Jetzt wird geliefert…

„Flächendeckend traumatisiert“

Heute Morgen bei Thilde, der dementen 87jährigen, die ich betreue. Sie wollte mich nicht in ihre Wohnung lassen. „Geh’n Sie weg! ich will jetzt Kaffee trinken!“ So oder ähnlich leider oft passiert in den vergangenen Wochen. Da stimmt was nicht. Thilde mag mich nicht. Aus welchem Grund auch immer: Sie mag mich nicht und ist froh, wenn ich möglichst schnell wieder weg bin von ihr.

Okay…

Passiert mir nicht oft, aber ich nehme es mal nicht allzu persönlich. Dann ist das eben so! Und der Respekt vor der alten kranken Frau verbietet mir, mit einem lautstarken, pseudo-ehrlichen „Wie geht es uns denn heute?“ einfach drüber wegzugehen.

Statt dessen heute dann ein Gespräch mit Thildes Tochter (sie ist Psychologin!). Mußte sie benachrichtigen, weil alles andere verantwortungslos gewesen wäre (Wer hätte beaufsichtigt, ob Thilde ihre Tabletten einimmt?!). Konnte das nicht so stehenlassen, das Weggeschickt-Werden.

„Ihre Mutter mag mich nicht! Ich tue ihr nicht gut! Das ist nicht der Sinn der Übung… Sie soll sich doch wohlfühlen!“ So in etwa mein Input beim Gespräch. Thildes Tochter fragte genauer nach, wollte konkrete Situationen beschrieben haben. Sie kam dann aber auch zu dem gleichen Schluß: „Da stimmt was nicht! Irgendwas mit der Chemie ist nicht in der Reihe.“ Und dann sagte die Psychologin die Worte aus der Überschrift. Sie sagte: „Die ganze Generation (meiner Mutter) ist ja flächendeckend traumatisiert. ich werde mit meiner Mutter reden und versuchen, herauszufinden, woran es zwischen Ihnen beiden „hakt“. Aber es wird schwierig: da ist so viel… Möglicherweise kochen da ganz alte Geschichten wieder hoch.“

Fazit: Entweder es wird besser, und es gelingt mir, der alten Frau gut zu tun, oder sie lehnt mich weiter ab: Dann muß ich da demnächst weg bleiben. Das ist so, und da ist nix dran zu rütteln.

Ach ja: Mein Wegbleiben als  Alternative hatte übrigens ich von mir aus vorgeschlagen! Thildes Tochter staunte. Aber mal ganz ehrlich: Was soll das ganze Geld, wenn es der alten Frau nicht gut geht? Ich versuche halt, so mit dieser alten Frau umzugehen, wie ich mir wünschte, daß mit meiner Mutter umgegangen wird. Verantwortungsvoll eben.

Phrasendreschmaschine

Ich hab‘ hier ja in den vergangenen Tagen schwer gewütet und das Wohnzimmer und das Esszimmer renoviert. Also in beiden Räumen (zusammen rund 40 Quadratmeter) die Deckenpaneele abgewaschen und vom Nikotingilb (habe ja immer in der Wohnung geraucht, ich Ferkel, ich!) befreit und die Raufaser-Wände neu weiß angestrichen.

Folge der Aktion: Ich rauche nicht mehr in der Wohnung! Nur noch auf der Terrasse (leider nicht überdacht ;(, deshalb nur gutwettertauglich) oder am geöffneten Küchenfenster: da haben die Nachbarn wenigstens auch noch was davon: ich bin dort sehr sichtbar. Weil es unbequemer ist, nicht mehr „am Platz“, sondern an anderen Orten, und dort auch im Stehen (!!!) zu rauchen, rauche ich weniger. Ganz aufhören? Ist mein Ziel. Aber derzeit mag ich mich nicht überfordern. Weniger (etwa 10 Zigaretten / Tag rauche ich nicht mehr!) ist ja auch schon mal was. Und die Wohnung riecht soo gut;)) War auch ne Sauarbeit, den ganzen Nikotingilb von Bilderrahem, Regalen, Vitrinen und Bla abzuwaschen. Echt eklig, was einem da so an gelben Wasser aus dem Putzeimer entgegenlacht.

Mit dem nicht mehr rauchen in der Wohnung, den Unbequemlichkeiten und der damit verbundenen Ruhelosigkeit (habe grade eben erstmal wieder eine gequalmt am Küchenfenster: weil hier am Schreibtisch, wo man sonst die Rauchschwaden durchschneiden mußte, tue ich es ja nicht mehr!) habe ich übrigens einiges gemein mit unserem Kater Benny. Seit rund zwei Jahren bei uns und von vornherein als absolutes Problemtier und eigentlicht nicht mehr vermittelbar deklariert (wir bekamen diesen Kater nur, weil wir als äußerst erfahrene Katzenhalter gelten und bekannt sind), hat Benny ja in der gesamten Wohnung, über zwei Jahre hinweg ( wobei es zuletzt sehr nachließ) die Raufaser-Tapete als Kratzbrett benutzt. Im Flur, im Schlafzimmer, auf dem Klo, im Esszimmer, im Wohnzimmer: überall hing alles nur in Fetzen. Nachdem ich beim Renovieren von Wohn- und Esszimmer (die anderen Räume hatten wir zwischendurch schon „ausgebessert“) mehr als 5 Stunden nur dazu verwendet habe, Bennys Raufaser-Fetzen optisch wieder in die Reihe zu bringen (mit einem Pinselchen mit 3 Haaren betrieb ich sowas wie Pointilismus, um alles kosmetisch zu operieren), hat Bdenny jetzt absolutes Kratzverbot an Tapeten. Nachdem er 2 Jahre bei uns ist, muß er das jetzt mal kapieren. Natürlich bekommt Benny dafür eine Alternative geboten: 4 wunderschöne Kratzbretter, online bestellt, wurden vorgestern geliefert. Zwei davon schon installiert: Eins davon ist auch bereits „bekratzt“ worden! Morgen, übermorgen finden die anderen 2 Kratzbretter noch ihren Platz. Und dann hoffe ich / wünsche ich mir sehr, daß Benny zum Kratzen dorthin geht. So wie ich zum Rauchen an’s Küchenfenster.

Wie es beim Renovieren so ist: man wälzt alles einmal um. Nachdem ich einige „Vorkommen“ gesichtet hatte, ist nun unsere Altpapier-Tonne um Einiges besser gefüllt… Alles muß man nun wirklich nicht aufheben! Aber so manche Dinge, wenn man sie denn jahrelang nur verwahrt und nicht angeschaut hat, sind schon recht erstaunlich und machen auch Freude. So hatte ich gestern Abend erst ein Tagebuch in der Hand, das ich im zarten Alter von 15 jahren geschrieben habe! Und viele, viele handgeschriebene Tagebücher mehr. Briefe! Soviele Erinnerungen. Konnte gestern abend nicht alles durchschauen. Weiß nur: Es ist da. Hier. Ein Teil von mir. Meine Geschichte. Ein alter Lederkoffer voll damit liegt jetzt auf dem Schrank.

In einem Karton, den ich durchschaute, fand ich auch die „Phrasen-Dreschmaschine“. Damals lag sie, als Mitnahmeartikel, in meiner Lieblingsbuchhandlung neben der Kasse… ich nahm sie mit, fand das Teil interessant. Legte sie zuhause auf’s Gästeklo… Gast fand sie toll. Ich verschenkte das Ding: Gast überglücklich! Und kaufte ein neues.  Kurz danach zogen wir aus dieser Wohnung aus, in die jetzige. 8 Jahre ist das her! Umso beglückender, in einem der gestern beim Räumen/Kruschteln/Entmüllen durchgesehen Kartons dieses Relikt vorzufinden: Die Phrasendreschmaschine! http://www.amazon.de/Phrasen-Dreschmaschine-Klaus-Birkenhauer/dp/3891070004/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1320622316&sr=8-1

Und wo war sie stehengeblieben, wann hatten wir zuletzt am Rad gedreht?

Konservativ: „Fanatische Schicksals- Bewältigung“ Progressiv: „Systematisierte Motivations-Tendenz“^

Interessant…

Jetzt liegt die Maschine wieder auf unserem Klo aus. Mal sehen, welcher Gast dort am Rad dreht, undf was sich ergibt.

Ach ja, das wollte ich noch sagen: Den vorigen Artikel hatte ich ja privatisiert. Ist halt keine leichte Kost! Stell‘ ihn jetzt aber wieder auf öffentlich: Auch, wenn’s einen Ehekrach kostet.

Zwiespältig (nikotinreduziertes Trauern mit Räumeritis)

Letzten Freitag fuhr Göttergatte ja weg, zum 30 jährigen Klassentreffen nach Saarbrücken. War Monate im voraus geplant… Ich habe es ihm auch von Herzen gegönnt. Er muß hier ja auch mal raus.

Geplant, wenn man das so sagen kann, war eben bloß nicht der Tod meiner Mutter…

Und daß Detlef sich dann so sehr dagegen sträubte, mich zur Trauerfeier und Beisetzung zu begleiten… Mit der Begründung, wenn er mich dorthin begleitet, müsse er auf das Klassentreffen verzichten: Beides wäre nicht finanzierbar…

Wir haben lange diskutiert.  Ich habe Detlef nicht alles gesagt, was ich zu sagen gehabt hätte. In mir drin hatte ich gehofft, daß er von selbst drauf kommt. Mir zur Seite steht…

Ich hab‘ ihm zwar gesagt, daß das alles klargeht und okay ist für mich, wenn ich alleine zu Mamas Beerdigung und er zum Klassentreffen fährt. Aber was hätte ich auch sonst sagen sollen?!

Was, bitteschön, hätte ich sagen sollen zu so viel gleichgültiger Kaltschnäuzigkeit?

Ihm was vorheulen? Wozu. Er will das ja doch nicht hören. Winkt nur ab, verzieht ablehnend-genervt das Gesicht, sobald ich von Mama spreche. Auch der baldige Besuch meiner Schwester, auf den ich mich so sehr freue, ist in seinen Augen nur Stress und Belastung für ihn.

Aber über die wunderbaren, lustigen, unterhaltsamen Tage seines Klassentreffens berichtet er mir gerne in epischer Breite…

Momentan leben wir in zwei völlig verschiedenen Welten. Und, ganz ehrlich mal:

ER KOTZT MICH AN!

Bestimmt wird das wieder besser… Wir hatten es ja schon viel schlimmer, haben so viel durch im Laufe der Zeit, und es wurde immer wieder besser…

Aber momentan ist es kaum zum Aushalten. Ich bin so allein! Bin halt traurig und will drüber reden, will meinem Mann was erzählen: Und er verzieht das Gesicht und wehrt ab.

Geplant war auch nicht, daß Mama mir einen beachtlichen Geldbetrag hinterläßt. Aber für Überraschungen war Mama ja immer gut;))

Detlef wollte gleich etwas davon für sich beanspruchen… Ich habe auf sein Anliegen erst gar nicht reagiert.

Habe vergangene Woche bei der Bank meines Vertrauens (Volksbank, was sonst?) ein Sparbuch angelegt. Das ist meins! Da komme nur ich ran. Gestern wurde das Geld angewiesen. Ich werde es nicht anrühren, bevor ich klar in der Birne bin. Angedacht ist eine neue Einrichtung unseres Schlafzimmers (die alten Möbel haben rund 18 Jahre auf dem Buckel und das Beste hinter sich, bis auf die neuen Matratzen und Lattenroste, die wir uns vor 3 Jahren erst gegönnt hatten.).

Geld bleibt also auf’m Sparbuch, bis ich mir klar bin, wofür ich es ausgeben will.

Ansonsten:

Während der 2einhalb Tage, als Detlef beim Klassentreffen war, habe ich unser Wohnzimmer neu angestrichen. Der ganze Nikotingilb ist jetzt Geschichte! Wobei das Weißen der Raufasertapete die wenigste Zeit in Anspruch nahm. Anstrengend war eher, die Deckenpaneele abzuwaschen (=über Kopf arbeiten: Mein kaputter Rücken jubilierte;)), die langen Vorhänge zu waschen, Fenster putzen und überhaupt ALLES, inklusive der roten Ledercouch, was sich in dem Raum befand und befindet, abzuwaschen und vom Nikotinschleier zu befreien.

Eklig, richtig BÄH! war dieses gelbe Putzwasser, was ich dann im Klo weggekippt habe.

Deshalb beschlossen, für gut befunden und seit nunmehr 4 Tagen so durchgehalten: Ich rauche nur noch auf der Terrasse bzw. am geöffneten Küchenfenster.

Erfolg: Die Wohnung riecht besser, und die Katzen fühlen sich wohler. Ich rauche weniger. Sehr motivierende Pluspunkte also! Dagegen spricht nur, daß das Rauchen für mich unbequemer geworden ist: eben nicht mehr so eben mal vor der Glotze auf der Couch… Aber das ist ja der Sinn der Übung.

Apropos Katzen: heute war Frau Kalchert www.katzenvermittlung-stuttgart.de hier. Unterstütze sie ja schon lange mit Spenden. Heute gab ich ihr 39 Paar von mir handgestrickte Socken im Verkaufswert von 491 Euro und 3 große Kisten Weihnachtsdekoration, die ich „ausgemistet“ hatte, aber zu schade zum Wegschmeißen fand, mit. BTW: Über meine Socken- und sonstige Strickereien für den Tierschutz betreibe ich ein weiteres Blog. Wer das Thema also vertiefen möchte, ist hier herzlich eingeladen:

www.gestrickte-träume.de

Momentan habe ich also die „Räumeritis“… Und die „Nikotin-Entstänkeritis“. Wahrscheinlich eine recht ungewöhnliche Form der Trauerarbeit: Was anderes ist es ja nicht! Bin voller Energie (und nicht nur positive Energie, eben auch durchaus aggressive Gefühle, Enttäuschung gegenüber Detlef… Der feste Wille, zu zeigen, was ich kann und noch viel Mischmasch) und lasse es raus:

Morgen wird das Eßzimmer gestrichen und „entnikotiniert“.

Regale, alles schon ausgeräumt, heute abend, nachdem Frau Kalchert wieder weg war.

Morgen geht die Post ab!

 

Mercy Street (Peter Gabriel)

„…there in the midst of it, so alive and alone, words support like bone (…)“

http://youtu.be/eHymvpM0c9M

„…Confessing all the secret things in the warm velvet box: To the priest. He’s the doctor, he can handle the shocks (…)“.

Heute sind es 2 Wochen.