Kategorien
September 2011
M D M D F S S
« Aug   Okt »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Seit dem 19.6.2011 waren 64658 Besucher da

Archiv für September 2011

Digitaler Kugelschreiber

Man könnte Bibliotheken darüber schreiben, was da momentan abgeht in Sachen Euro.
Ich will mich kurz fassen:
Was unsere Sesselfurzer da heute durch's Parlament gejagt haben bezüglich Rettungschirm,
ist unverantwortlich und fernab von jeder Wirklichkeit.
Dieses Land gehört stillgelegt von denen, die es in Gang und am Scheißen halten. Nichts tun 
wäre meiner Meinung nach das Mittel der Wahl, 
um diejenigen, die bislang nichts taten, zum Handeln zu zwingen.

                                            
                                        

Privat

Noch immer keine Antwort aus Hannover. Demnächst werden wir nachfassen.

Gummitwist

Heute Vormittag rief mich Sternchen’s Mutter an: Sie hatte einen Termin nach Feierabend, würde es deshalb nicht schaffen, Sternchen von der Schule abzuholen. Ob ich das übernehmen könne?! Dann mit Sternchen ein bißchen draußen spielen, bis Mama nach Hause kommt: Das Wetter ist ja so schön.

Konnte ich.

So plötzlich ein Kind an die Hand: Vorher war da ja noch nie eins! So gleich in die Vollen… Soviel Vertrauen!

Draußen spielen. Was? Ich hab‘ hier doch kein Spielzeug… also für Katzen ja. Aber für Kinder? Was tun?

„Kinderspiele“  gegoogelt. Waren durchaus einige anregende Suchergebnisse dabei, aber nichts, was ich aktuell hätte verwenden können. Gedächtnisschubladen aufgezogen: Ich war ja auch mal Kind. In einer Schublade gefunden: ein Gummiband. Hier eine Schublade aufgezogen, Gummiband herausgeholt und in meine Handtasche gesteckt. Zur Schule gestiefelt, mich dort allen als Sternchens Betreuerin vorgestellt… Sternchen abgeholt und:

Wir hatten einen wunderschönen Nachmittag zusammen! Haben Bucheckern gesammelt, waren auf dem Spielplatz, haben Nachbar’s Katze gestreichelt. Und Gummitwist gespielt.

Als Sternchens Mutter heimkam, sprang sie mit uns „Gummitwist“.

Und als ich ging, nahm mich das Kind in den Arm und kuschelte und hielt mich fest. „Heute ist nicht alle Tage: ich komm‘ wieder, keine Frage!“, verabschiedete ich mich, gab der Kleinen noch einen Kuß.

So schnell! So sehr! Das berührt mich, freut mich sehr.

 

Der Hintergrund ist tief.

Sternchen hat vor (ich weiß nicht genau wann) einiger Zeit ihren Bruder verloren. „Mein Bruder ist tot!“, sagt sie oft. Deshalb ist sie wohl auch in Therapie bei der Kinderpsychologin: Die kenne ich wiederum, weil ich ihre demente alte Mutter betreue (siehe vorherige Artikel), und die Psychologin vermittelte mir auch diese Stelle als Betreuerin von Sternchen. Zufall, daß ich Sternchens Mutter schon etwas kannte: Sie ist die Kusine einer früheren Kollegin von mir?!

Zufall, daß auch mein Bruder tot ist (Robert starb an Krebs, als ich ein Baby war.)?!

Zufall, daß Sternchen, ebenso wie ich, eine große Schwester hat; ebenso wie meine Schwester fast 10 Jahre älter?!

Zufall?

Ich hab‘ noch nie an Zufälle geglaubt. Eher so an den großen Plan.

Aber was soll das? Was will das Leben jetzt von mir?

(Ich glaube: ich habe eine Aufgabe zu erfüllen?!).

Spannend. Schön. Gummitwist!

 

Nachtrag: MILES ahead, immer noch

Gestern war der 20. Todestag von Miles Davis. In den Medien wurde darüber hinweg gegangen. Ich kann das kaum begreifen! In meinem Universum war Miles Davis eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts.

Okay: Jazz ist immer schon eine Minderheitsbewegung gewesen. In den Medien ist ja mehr so das Opium für die Massen gefragt…

Aber Miles war immer eine Schnittstelle zwischen Kunst und Kommerz.

Diese Lücke hat keiner gefüllt, seit er weg ist. Er fehlt!

Ich spare mir das Geschwafel und die Lobhudelei. Dafür, und auch für Zahlen und Fakten, sind andere Seiten da.

Ich habe mir mal wieder seine Autobiografie aus dem Regal geholt (erstmals las ich das Buch vor rund 10 Jahren): „Miles Davis: Die Autobiographie“, bei Heyne erschienen. Hot Stuff! Damals wie heute.

Und ich höre seine Musik. Soviel davon steht hier in meinem Regal. Auch die letzte CD „doo-bop“, erstellt in Kooperation mit dem Rapper Easy Mo Bee. Das Album wurde nicht mehr fertig, weil Miles zwischendrin verstarb. Um es veröffentlichen zu können, wurde so einiges aus der Konserve reingemixt. Schlecht ist es dennoch nicht zu nennen. Eher wieder mal eine Schnittstelle. Ein Wegweiser.

Hier gibt es ein Video vom „Doo Bop Song“ von MIles Davis und Easy Mo Bee: http://youtu.be/_B1j6tLEjiA

Bauknecht weiß, was Frauen wünschen

Vergangene Woche kam die neue Spülmaschine! Lange schon hatte ich mir so einen Haushaltshelfer sehnlichst gewünscht, nun erfüllte ich mir meinen Wunsch, vom jüngst verdienten Geld. Nach eifriger Lektüre vieler Kundenrezensionen entschied ich mich (mit Zustimmung des Göttergatten) für ein deutsches Markenprodukt.  Bauknecht.

Unsere Waschmaschine (sie läuft seit über 8 Jahren wie ein Döckchen Nähseide) stammt von derselben Firma. Die sitzen hier auch noch im Dunstkreis: Kundenservice und evtl. Ersatzteile dürften sich also recht einfach gestalten, falls und wenn. Außerdem habe ich recht große Teller, die nicht so ohne Weiteres überall reinpassen: Dieses Gerät hat aber eine höhenverstellbare obere Schublade… Voilà: Passt alles rein!

Alle lächeln nur, weil ich mich freue wie ein kleines Kind. Und viele können kaum glauben, daß dies wirklich meine allererste Spülmaschine ist…

Wie es so ist: kaum steht ein neues Gerät in der Küche, stellt man fest, daß man auch den Rest noch optimaler gestalten könnte: Der Göttergatte und ich suchten also den hiesigen Baumarkt bzw. Internet-Stores auf und bestellten „nach“. Freitag wird geliefert, Samstag wird geschraubt, gebohrt, gehämmert und Starkdeutsch geredet.

Was er macht und baut und tut, macht er perfekt, mein Göttergatte. Da gibt’s nix zu meckern. Der kann das. Aber er ist nicht teamfähig! Mit mir jedenfalls nicht. Wir haben es ein paar Mal zusammen probiert, was zu „bauen“ (so ganz blöd bin ich ja auch nicht, was handwerkliches Geschick angeht.). Aber wir endeten immer im dicksten Ehekrach. Wenn wir hir Baustellen haben, müssen wir uns vorher immer zusammensetzen, alles genau besprechen und einteilen, wer was macht. Wir beide in einem Raum beim Bauen geht gar nicht! Jeder ein Zimmer (beim Anstreichen z.B.) funktioniert gut.  Insgesamt ist eigentlich bloß wichtig, daß wir zu einem guten Ergebnis kommen:Und das tun wir!

Nach über 10 Jahren Ehe haben wir das jetzt so im Griff: Göttergatte darf am Samstag alleine schrauben, bohren, hämmern usw., und ich werde mir einen lauen Lenz machen. Sprich: Für einige Stunden die Wohnung verlassen, Ziel bisher unbekannt. Aber bei dem schönen Wetter bietet sich ja sehr viel an.

Am Sonntag wollen wir dann zum Cannstatter Wasen http://www.cannstatter-volksfest.de/index.php?id=2

Nein, nicht ins Bierzelt! ist zwar der Wasen, nicht die Wiesen. Sonntags ist es trotzdem völlig überfüllt. Und das Humtata da im Bierzelt brauche ich auch nicht so wirklich. Lieber ne Bratwurst und ein Bier irgendwo am Stand! Aber mal über den Markt schlendern, paar Gewürze einkaufen: die kriegt man da wirklich gut! Sowas. Und Riesenrad fahren würde ich gerne. Damit hab‘ ich es ja immer und überall.

Jobmäßig geht es für mich über die Urlaubsvertretung hinaus weiter bei der dementen 87 jährigen. Außerdem habe ich eine völlig neue Aufgabe vermittelt bekommen: Betreue jetzt ein Schulkind! Eltern sind beide berufstätig, morgens früh außer Haus. Also wecke ich die Kleine, passe auf, daß sie sich ordentlich anzieht, Zähne putzt, bla… Und begleite sie zur Schule. Wieder mal alles in der Nachbarschaft. Für mich also angenehm zu machen.

 

 

Privat

Seit Montag ist Mama wieder im Krankenhaus, fast auf den Tag genau
3 Wochen nach ihrem 85. Geburtstag. Chronische Niereninsuffizienz.
Vergangenes Jahr war es ja ähnlich, nur schlimmer. Damals stand der Priester
schon am Krankenbett und gab den letzten Segen...
Bangen und Hoffen.

Sonntag

Die Woche war anstrengend und mühevoll. Ich wollte mein Bestes geben, aber es ging nicht so recht voran. Manchmal setzt die Zeit Grenzen.  So konnte ich die demente alte Frau nur grundversorgen (=Medikamenteneinnahme überwachen und Blutdruck messen),ihr aber keinen „Input“ geben. Bin auch in Fettnäpchen getreten und habe sie verunsichert, wo es überflüssig war. Wider besseres Wissen… Hatte aber auch keine Hilfestellung, war auf mich gestellt.  Habe ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht erreicht habe (nicht erreichen konnte unter diesen Vorzeichen!, was ich mir vorgenommen hatte. ) Nächste Woche wird alles besser? Hoffentlich! Ansprechpartner sind  aus dem Urlaub zurück und jetzt wieder ansprechbar… Wir werden sehen.

Bei meinem väterlichen Freund erging es mir wesentlich besser. Seinen Haushalt, mir ja seit Jahren vetraut, nun als Urlaubsverttretung, in gewohnten Bahnen zu lenken, gelang mühelos, ja sogar mit Lustgewinn auf beiden Seiten. Es gab auch ein, zwei Hinweise darauf, daß derzeit nicht alles optimal läuft mit und durch die Betreuung für ihn: werde das sehr genau im Auge behalten und in seiner Nähe bleiben!

Beinahe gab es noch einen Streit zwischen meiner Schwester und mir. Ein blödsinniges Telefonat, Rumgezicke… Es hätte mal wieder ein Drama daraus werden können. Das hatten wir ja schon öfters, mit schlimmen Folgen.

Es war nicht mein Tag: Hatte die ABSAGE für meine Bewerbung um den Traumjob erhalten, und es war auch nicht der Tag meiner Schwester: Sie war einfach müde und überarbeitet: für mich sehr gut nachzuvollziehen.

Ich schrieb ihr was. Schrieb: „(…) das hatten wir beide wohl so nicht vor?!“ Schrieb: „Schwamm drüber? BITTE!“

Mußte auch erst ne Nacht drüber schlafen, bevor ich die Karte eingeworfen habe…

Heute abend rief meine große Schwester mich an. Karte angekommen. Wir sprachen lange. Jetzt ist wieder alles gut.

Sie hat es aber auch verdammt nochmal nicht leicht! Die ganze Verantwortung für unsere Mutter, und privat hatte sie da in den vergangenen Monaten auch noch ein Päckchen zu tragen… Echt. Da schäme ich mich fast jedes Mal, weil ich sie nicht besser unterstützen kann. So gefühlsmäßig. Rational ist mir auch klar: Ich hab‘ mein Leben hier. Das ist nunmal 700 Kilometer weit weg von ihr. Aber ich kann das ja nicht aufgeben. Bla. Ist nunmal so, wie es ist. jedenfalls haben wir uns telefonisch mal wieder so richtig angekääst und rumgezickt bis zum Hörer auflegen. Aber wir haben aus vergangenen Streitigkeiten auch was gelernt. Nämlich, daß man nicht so lange warten sollte mit dem Versöhnen… Und überhaupt: DASS man sich wieder versöhnen sollte!!! Unser Vater hat immer gesagt: „Kleine Gewitter reinigen die Luft!“ Und die Luft zwischen meiner Schwester und mir ist jetzt gerade absolut blütenrein.

Ich bin sehr, sehr froh deswegen.

Es scheint, als würden wir beide endlich doch mal wachsen ( an einanader? Zusammen?).

Hoffe, meine Rückenbeschwerden verabschieden sich nun auch bald (die letzten 2 Tage waren bestialisch schlimm!), und ich kann das Novalgin* wieder absetzen.

*Bitte keine Aufreger hier wegen der relativ harten Droge. Ist alles abgesprochen mit meinen behandelnden Ärzten. Es gibt eine Kausalitätskette aus Blabla und Allergien… jedenfalls ist das für mich (leider?!) derzeit die einzig machbare Schmerzbekämpfung, natürlich kombiniert mit Wärmeanwendungen und „Stufenlagerung“. Und wenn es bis Montag nicht besser wird, gehe ich auch zum Hausarzt und beginne dort eine Therapie via Akunpunktur.

Privat

Inzwischen hat der Anwalt einen Brief geschrieben. 
Demnach ist die Weltformel ganz einfach, und wir haben damit nichts zu tun.
In der kommenden Woche sollte eine Antwort darauf hier bei uns im Kasten sein.
Hoffen wir jedenfalls.

Igel

Den heutigen schwülwarmen herbstlichen Sommerabend verbrachten der Göttergatte und ich auf der Terrasse. Genossen den Tagesausklang bei Kerzenlicht und einer Flasche Bier aus der Augsburger Privatbrauerei. Schauten in den Sternenhimmel über dem Sonnensegel und lauschten den Geräuschen aus den Nachbargärten und -häusern.

Dann hörten wir ein Grunzen und Schnaufen in unmittelbarer Nähe…

Ich holte noch schnell die Digicam aus der Wohnung, der Göttergatte eine Taschenlampe. Dann schlichen wir uns auf leisen Sohlen von der Terrasse zum etwa 7 Meter entfernten Igel-Futterhaus im Garten, und voilà:

Diese zwei Prachtexemplare ließen es sich mal so richtig gut schmecken!

Seit ich vor 5 Jahren in der Osterwoche die sterbenskranke Igelin „Gusti“ im Garten fand, sie dann zur Igelstation in Stuttgart brachte, wo ihr Leben gerettet wurde… Seit ich „Gusti“ 4 Wochen später  dann zu uns in den Garten zurück holte und sie uns im gleichen Sommer noch ihre Kinder präsentierte…

Seither sind eigentlich immer Igel da!

Wer mehr darüber wissen will, klickt sich bitte hier mal durch: http://www.pro-igel.de/

Wir haben jedenfalls vor Jahren schon ein Futterhäuschen für die Igel gebaut, das wir jeden Abend „bestücken“. Igel sind zwar Wildtiere, aber gegen ein Zubrot haben sie nichts einzuwenden. Wenn sie sich an eine Futterstelle (wie unsere hier) gewöhnt haben, bleiben sie dem Ort sehr treu und verbunden.

Ich finde ja Igel absolut geniale Tiere! Bin stolz und glücklich, daß sie hier bei uns im Garten wohnen. Und das absolut Geilste für mich überhaupt ist es, wenn ich einen Igel streicheln kann. Dieses Gefühl, wenn meine Finger über die langen, sehr harten Stacheln streichen…

Natürlich habe ich heute Abend die Gelegenheit genutzt und die Igel gestreichelt! Die zwei Exemplare, die sich schmatzend das Katzenfutter und das Rührei schmecken ließen heute abend, sind übrigens erwachsene Igel von jeweils 750 bis 1000 Gramm Gewicht.

Interessanter wäre es gewesen, heute abend mal junge Igel (die kommen so Juni-Juli zur Welt) am Futterhäuschen zu beobachten. Wir hatten da auch nochmals Geräusche gehört, sind nochmal mit der Taschenlampe und Kamera zum Häuschen geschlichen… Aber dann war da nur dieses Tier zu sehen:

Ist schon frech, wie sich die Nacktschnecke da im Eingang vom Futterhäuschen hinlegt, gelle? Die Jungigel erwische ich bestimmt auch noch demnächst. Werde sie mir dann grapschen und wiegen: Mindestens 500 Gramm, beser etwas mehr, sollte so ein kleiner Igel schon wiegen, um den Winterschlaf gut zu überstehen.

Digitaler Kugelschreiber

Mal wieder was Hübsches dank Eu-Normierung:
Die gute alte 60-Watt-Glühbirne wird jetzt endgültig aus den Regalen genommen.
Und die entsprechenden Energiesparlampen werden um bis zu 25 % teurer, 
mit gleichem Datum. Da freut sich doch jeder, der umweltbewußt handeln will,
auch gleich noch ein Viertel mehr?